Kennen sie das? Sie machen gerade Diät und gehen in der Stadt spazieren, und eine Unmenge an Menschen gehen an ihnen vorbei und essen etwas. Und sie kommen auch an einer Unmenge von Läden vorbei, aus denen entweder verlockende Gerüche kommen, oder in den Schaufenstern sind ganz leckere Süßigkeiten, Kuchen, irgendetwas zu essen. Und das Wort Essen wird in ihrem Kopf immer größer. Es ist als würde da jemand sitzen und einen Luftballon aufblasen; unaufhörlich.
Wie kann ich dieser Verlockung widerstehen? Egal, ich schmeisse alle guten Vorsätze von mir und stürme das Geschäft, kaufe es halb leer. Esse, fresse so lange bis ich kotzen muss. Um dann ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ich bestehle den nächsten Passanten, der mir mit irgendetwas in der Hand entgegenkommt, in das er gerade reinbeisst. Ich entreisse es ihm und verschlinge es vor ihm, während er mich völlig entsetzt anschaut, mit weit aufgerissenen Augen. Sein Gesicht sagt gerade: „Was!? - Das hätte ich mir nicht in München gedacht, vielleicht in Afrika, ja, da hungern viele Menschen . Aber hier in Deutschland?!“
Wenn von der Beute nichts mehr übrig ist, als das Papier und Krümmel, komme ich wieder zu mir und habe ein schlechtes Gewissen, der Mensch starrt mich immer noch an.
„Ich kann das erklären...“ rutscht es mir raus.
Was will ich diesem Menschen den jetzt sagen? Das ich auf Diät bin? - Das ich krank bin? - Das ich bekloppt bin? Letzteres würde er mir wahrscheinlich noch abnehmen.
Aber würde ich es denn so weit kommen lassen? Würde ich jemanden bestehlen, weil der etwas zum Essen in der Hand hat? Na, wenn ich Hunger hätte. So richtig Hunger, ich meine so richtig Hunger HUNGER..
Der Mensch ist zu allem fähig. Sind die niederen Instinkte nicht befriedigt, wie zum Beispiel Hunger, ich glaube dann kann ein Mensch zum Tier werden. Dann schaltet sich der Verstand schon auch mal aus, und geht es um das nackte Überleben.
Kennen wir hier Hunger? Viele von uns kennen HUNGER nicht. Die meisten von uns haben doch eigentlich immer etwas zu essen. Oder?
Und das wir genug zu essen haben, dafür sollten wir dankbar sein. Es ist nicht normal und es ist auch noch nicht so lange her, dass jeder genug zu essen hat.
Essen ist nicht nur Essen. Es ist mehr. Es ist die Einladung zu einem Essen, es ist das Geschäftsessen, es ist das Zusammenkommen zu einem Essen. Es ist die Kommunikation beim Essen.
Essen besitzt Macht. Während eines Essens, aber auch schon davor, geschieht jede Menge. Das Einkaufen für das Essen, das Kochen, die Auswahl des Gerichts, Die Wahl des Restaurants. So viele Dinge spielen eine große Rolle.
Und das Ge- oder Misslingen des Essens sind auch sehr stark entscheidend. Oft vielleicht auch unterschätzt.
Wie sind wir doch angetan, werden wir zu einem Candle Light Dinner eingeladen und alles ist wunderschön. Vielleicht ist der Mensch, der uns eingeladen hat, ein Trottel, aber das Ambiente, das Essen und der Wein verzaubern uns so, dass wir eine rosarote Brille aufhaben und uns fühlen, wie im siebten Himmel. Es ist Magie, ein perfektes Essen, ein gelungener Abend wird in der Erinnerung bleiben. Davon wird man zwar nicht körperlich satt. Aber die Seele will ja auch gefüttert werden......
BAMBI
11 Nov 2010
Ein Gedicht dass ich 2006 verfasste - als "Merker" für eine Drehbuch Idee.
Passt gut zum Bambi, der im Buch auch eine Rolle spielt:
„Rote Schuhe“
31.03.2006
Der rote Teppich strahlt voller Glanz,
Sie schwebt darüber mit Eleganz.
Ihr Kleid ist rot;
die Schuhe und der Mund sind 's auch.
Sie strahlt ihr zauberhaftes Lächeln.
Keiner kann sich entziehen,
jeder Zaungast schmelzt dahin.
Dann plötzlich wird ihr schlecht,
sie will sich halten, irgendwo.
Sie strauchelt, stürzt und liegt darnieder.
Auf dem roten Teppich, im Roten Kleid
versprüht sie ihr Leid.
Das Gesicht ist verzerrt, der rote Lippenstift
verwischt.
Schnell ist die Presse zur Stelle, macht Fotos
stellt Fragen.
Der Notarzt bahnt sich den Weg
auf den roten Teppich.
Zum Opfer im roten Kleid.
Die Lippen sind blass, der Atem geht flach.
Sie kann hier nicht bleiben.
Das ist allen klar.
Der Notarzt nimmt sie mit.
Was am Ende bleibt ist der rote Teppich,
viele Fragen und die roten Schuhe;
kaum getragen.......
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